Im Rahmen der Ausstellung Burgenland Thüringen 2024 wurde der bestehende Burgenbauplatz unterhalb der Wartburg umfassend überarbeitet, aufgewertet und mit einem neuen Beschilderungssystem versehen. Auch der angrenzende Tugendpfad, der unterhalb der Wehrmauern an der Nordwestecke der Wartburg beginnt und um
die Burg herum bis zur Südostecke des Palas verläuft, wurde punktuell neugestaltet. Ziel war es, das in die Jahre gekommene Angebot zeitgemäß weiterzuentwickeln und für Besucherinnen und Besucher wieder attraktiv zu machen.
Der Burgenbauplatz dient weiterhin als Lehrpfad und Freilichtmuseum, dessen pädagogischer Schwerpunkt auf dem „Begreifen von Burgbaustellen als komplexe Systeme“ liegt. Dabei wird insbesondere das Zusammenspiel verschiedener, teils voneinander abhängiger Handwerksgewerke thematisiert. Die Bauwerke und Objekte bilden gemeinsam eine immersive Lernlandschaft, in der Besucherinnen und Besucher das Gefühl erhalten, sich mitten in einer mittelalterlichen Bauhütte im laufenden Arbeitsprozess zu befinden.
Entstanden sind insgesamt sechs Stationen, die sich an den zentralen Gewerken und Aufgabenfeldern einer mittelalterlichen Bauhütte orientieren: Metallverarbeitung, Holzverarbeitung, Steinverarbeitung, Bauplanung, Transport, Bauausführung. Sie laden zum interaktiven Lernen ein und vermitteln auf anschauliche Weise Wissen zu historischen Arbeitsprozessen, Werkzeugen und Materialien. Ein durchgängiges Beschilderungssystem unterstützt die Orientierung und Informationsvermittlung.
Bereits vorhandene, aber teilweise veraltete Bauten und Ausstellungsobjekte wurden in das neue Konzept integriert, ertüchtigt und – wo nötig – ergänzt. Dabei stand die möglichst authentische und historisierende Gestaltung im Vordergrund. Gleichzeitig wurden Anforderungen an Sicherheit, Stabilität, Vandalismus- und Diebstahlschutz sowie – bei mobilen Teilen – an Reversibilität (nach Gebrauch zurücksetzbar) berücksichtigt, da der Burgenbauplatz nicht dauerhaft beaufsichtigt wird. Das Angebot richtet sich sowohl an Wartburg-Besucher als auch an Schulklassen im Rahmen museumspädagogischer Programme.
Fläche: 0,3 ha
Fertigstellung: 2025

Bilder: Wartburg-Stiftung, Fotograf: Rainer Salzmann








Details Burgenbauplatz






Tugendpfad
Ziel der Planung war es, den ursprünglichen „Pfad“-Charakter des Tugendpfades, der 2003 als Burgenbaulehrpfad verbreitert, geebnet und befestigt wurde, in Teilbereichen wieder erlebbar zu machen. An geeigneten Stellen wurden daher wegbegleitende Pflanzungen angeordnet, die sich an der historisch überlieferten Bepflanzung orientieren. Im Bereich des befestigten Wegabschnittes mit Stahlgeländer erfolgte eine Begrünung der Absturzsicherung mit dem vor Ort bereits vorhandenen Efeu. Im Minnegarten wurde die Bepflanzung nach historischem Vorbild erneuert und ergänzt. An besonderen Stellen entlang des Weges wurden Sitzmöglichkeiten geschaffen, die sich gestalterisch an der vorhandenen Außenmöblierung der Wartburg (Hockerbänke aus Eichenkanthölzern) orientieren, jedoch in unterschiedlichen Größen und Ausführungen individuell gestaltet wurden.



