Denkmalpflegerische Zielplanung und waldbauliches Entwicklungsmaßnahmen
Siebeneichen, Meißen, 2024

Der Schlosspark Siebeneichen, oberhalb der Elbe südlich von Meißen, befindet sich im nördlichen Teil im Eigentum des Freistaates Sachsen, während der südliche Teil im Eigentum der Stadt Meißen ist. Obgleich für den nördlichen Teil bereits Konzepte zur denkmalgerechten Entwicklung der historischen Parkanlage vorliegen, fehlen diese für den südlichen, von waldartigen Beständen geprägten Parkteil. Die Auswirkungen des Klimawandels, Trockenheit, Hitze und Schädlingsbefall zeigen sich deutlich im Gehölzbestand. Zugleich sind historische Blickbeziehungen und das ursprüngliche Raumkonzept nur noch in Teilen ablesbar. Im Rahmen einer denkmalpflegerischen Zielplanung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Landsamt für Denkmalpflege Sachsen ein Leitbild für die künftige Entwicklung und Nutzung des Parkbereiches erarbeitet. Ein wesentliches Augenmerk liegt dabei auf dem künftigen Umgang mit dem Gehölzbestand.

Auftraggeber: Große Kreisstadt Meißen
Planung: 2024

Klimabaumhain

Seit 2018/19 gab es infolge einer Häufung von extremen Trockenjahren eine große Absterbewelle alter Bäume im Schlosspark Siebeneichen. Daher wird eine Anpassung des Baumbestandes an den Klimawandel notwendig. Auf einer durch Fällung entstandenen Fläche soll ein neuer Klima-Baumhain angelegt werden, in dem 10 bis 12 heimische und nichtheimische Baumarten präsentiert und getestet werden, wie gut sie mit den aktuellen lokalen Bedingungen im Park Siebeneichen zurechtkommen. Auf streifenförmig angeordneten Pflanzfeldern wird je eine Baumart angepflanzt. Der umgebende Gehölzsaum mit den Altgehölzen bleibt, soweit die Anforderungen an Licht und Wurzelraum dies ermöglichen, erhalten. Um den Besuchern den Blick auf die neugepflanzten Bäume zu ermöglichen, wird ein Weg mit Wissenstationen zu den Klimabäumen durch die Fläche angelegt. Die Planung, Umsetzung und künftige Pflege erfolgen in enger Abstimmung mit Denkmal- und Naturschutzbehörden.