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Nichtoffener Realisierungswettbewerb Auer-Garten, Donauwörth


Die Freianlagen am Cassianeum gliedern sich in einen städtischen Platzraum (Ludwig-Auer-Platz) und in ein neu entstehendes Gartenareal (Neue Auer Gärten). Damit werden vorhandene städtebauliche Strukturen der Umgebung aufgegriffen und gleichzeitig ein intensiver Landschaftsbezug hergestellt.

Ludwig-Auer-Platz
Der Platz am Cassianeum wird als ein ausgewogener städtebaulicher Raum konzipiert, der den Proportionen der umliegenden Gebäude entspricht. Ein ruhiger Oberflächenbelag, bestehend aus den für die Reichsstraße typischen Formaten und Materialien, läßt alle Gebäudefassaden gleichmäßig zur Geltung kommen. Davon leicht abgesetzt wird der zentrale Bereich, der wie ein eleganter Teppich dem Raum eine besondere Note verleiht. Hier wird ein kleinformatiger, etwas rauherer Pflasterbelag verwendet, auch um den Regenwasserabfluß zu verzögern. Schmale, in Querrichtung verlaufende Schlitzrinnen unterstützen dieses Ziel und werden ebenfalls zu einem Element der gestalterischen Gliederung. Der stark geneigte Platz wird an seiner südlichen Kante mit einer Treppenanlage aufgefangen. Der Anschluß der einmündenden Straße wird so hergestellt, daß ein gefahrloses Befahren dieses Bereiches möglich ist.
Das Motiv der begleitenden Baumreihe wird beibehalten und durch einen gebäudebegleitenden Grünstreifen auf der gegenüberliegenden Seite unterstützt. Somit wird das Gebäude Heilig-Kreuz-Str. 16 bereits zu einem Bestandteil der Auer Gärten, zu einem „Haus im Garten“.

Neue Auer Gärten
In Fortführung des vorhandenen Auer Gartens wird eine städtische Grünanlage konzipiert, die sowohl Elemente eines öffentlichen Parkraumes als auch kleinteilige Gartenelemente aufweist. Dazu wird das Motiv der historischen Kloster- und Schulgärten aufgegriffen und in den städtischen Raum transformiert. Als Baumarten sind vorwiegend kleinkronige, fruchtende Arten und Sorten vorgesehen, die den Blick nicht verstellen. Der vorhandene Walnußbaum wird integriert.Die Unterteilung in Vegetations- und Wegeflächen erinnert an die aneinandergereihte Struktur städtischer Gärten und ermöglicht eine flexible Nutzung und wechselnde Bepflanzung, die jedoch auch hier eher niedrig bleiben soll. Rasen- und Staudenflächen wechseln sich ab und inszenieren den Raum als einen vielfältigen, modernen Stadtgarten. Die Wegeflächen sind zum großen Teil in wassergebundener Decke vorgesehen. Für stärker belastete Zonen (Anlieferung / Feuerwehrzufahrt) wird ein kleinteiliger Natursteinbelag entwickelt, der sich in Zusammensetzung und Verlegung als ein zeitgenössisches „Gartenmosaik“ präsentiert.
Im südlichen Bereich ist ein kleiner Spielbereich integriert. Die Spielobjekte stellen den Bezug zu den pädagogischen und gartenpraktischen Themen des Cassianeums her und interpretieren z.B. als „Kletterobst“ und „Drehfrüchte“ historische Spielzeuge und Lehrmittel auf eine zeitgemäße Art.Zum Ludwig-Auer-Platz wird die Gartenanlage deutlich abgegrenzt und als ein separater Raum erlebbar. Dazu wird eine breite Steinkante konzipiert, die als ein modernes Stadtmöbel vielfältige Funktionen übernehmen kann. Sie ist Treffpunkt und Sitzbank, Gartenmauer und Straßenbord zugleich. Vor allem aber kann aber hier das Denkmal in einer idealen Weise neu positioniert werden. Nunmehr an der Schnittstelle zwischen Platz und Garten stehend, begibt es sich auf Augenhöhe und wird zu einem neuen Bezugspunkt des gesamten Stadtquartieres.

Projektdaten

Ort: Donauwörth
Auslober: Pädagogische Stiftung Cassianeum, Donauwörth
Wettbewerb (1. Preis): 2016